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Was hilft wirklich gegen Zähneknirschen?

Zähneknirschen betrifft eine Menge Menschen und man könnte daher meinen, es ist etwas Alltägliches, etwas Normales.

Aber das ist es bei weitem nicht. Es ist eine so ernstzunehmende Aktivität, dass diese in der Zahnmedizin einen eigenen Namen hat: Bruxismus.

Einerlei, ob es sich dabei um Zähneknirschen oder um Zähnepressen handelt, schädlich ist jede dieser Formen. Vor allem, weil sie so gut wie nicht zu kontrollieren sind. Denn sie erfolgen unwillkürlich und unbewusst.

Also kann man sie sich nicht einfach mal so abgewöhnen. Und das ist schlecht. Nicht nur für Ihre Zähne, bei denen dieses Knirschen oder Pressen auf Dauer großen Schaden anrichten kann.

Weshalb dies so ist, möchte ich in diesem Artikel erklären.

Bruxismus ist nicht gleich Bruxismus

Auch wenn allgemein vom Zähneknirschen gesprochen wird, unterscheiden Zahnärzte mehrere Arten von Bruxismus.

Reiben bei Bewegungen des Unterkiefers die Zähne mit mehr oder weniger Druck gegeneinander, spricht man von Zähneknirschen. Beim Pressen werden dagegen, wie der Name es schon sagt, die Zähne von Ober- und Unterkiefer fest aufeinandergepresst.

Und dann gibt es noch die Unterscheidung des Zeitpunktes, wann Bruxismus auftritt. Knirschen oder Pressen die Patienten nachts während des Schlafs, sprechen wir von einem Schlafbruxismus. Tritt dieses Verhalten tagsüber auf, so nennen wir es Wachbruximus.

Das sind die häufigsten Ursachen für Zähneknirschen

Ein Drittel der Deutschen leidet unter Bruxismus, wobei Frauen proportional häufiger betroffen sind als Männer.

Aber auch kleine Kinder knirschen häufig nachts mit den Zähnen. Das klingt erschreckend, ist aber kein Grund zu Sorge. Auf diese Weise werden die neuen Milchzähne zueinander passend geschliffen. Mit dem letzten Milchzahn verschwindet auch das Knirschen wieder.

Bei Schulkindern kann Zähneknirschen jedoch auf Stress hindeuten. Vor allem dann, wenn weitere Symptome wie Nägelkauen oder das Nagen an Stiften hinzukommen.

Im Erwachsenenalter reagiert jeder zweite auf berufliche oder private An- oder gar Überforderungen mit zeitweisem Bruxismus. Ich auch. Wenn ich mich auf eine Aufgabe konzentriere, neige ich zum Pressen und leichten Reiben mit den Zähnen. So wie gerade jetzt.

Aber auch eine fehlerhafte Zahnstellung kann zu Bruxismus führen, dann, wenn das harmonische Zusammenspiel der Zähne von Ober- und Unterkiefer gestört ist, oder anders gesagt, wenn die Zähne nicht (mehr) richtig aufeinanderpassen.

Das kann natürlich auch durch eine ungenügende Zahnversorgung, wie zum Beispiel fehlerhaft gestaltete Kronen oder Füllungen, ausgelöst werden.

Welche Ursachen nun genau vorliegen, bringt eine sorgfältige zahnmedizinische Untersuchung in meiner Praxis zum Vorschein.

Bruxismus schadet nicht nur Ihren Zähnen

Beim Knirschen und Pressen wirken enorme Kräfte auf Zähne und Kiefergelenke ein. Bis zu 480 Kilogramm pro Quadratzentimeter sind möglich. Das entspricht nicht nur dem zehnfachen Druck, der durchschnittlich bei Kauen auftritt, die Zähne und Kiefer werden zudem sehr viel länger, nämlich bis zu 45 Minuten, belastet. Beim Kauen treten hingegen nur kurzfristige Belastungen auf.

Wenn Knirschen und Pressen eine nur selten und vorübergehend auftretende Episode ist, besteht keine Gefahr. Doch bei einem Fünftel der Betroffenen entwickelt sich ein chronischer Bruxismus.

Dieser kann langfristig nicht nur Zähnen und Kiefergelenken erheblichen Schaden zufügen, sondern auch zu muskulären Verspannungen mit den daraus folgenden Schmerzen im Kiefer, im Nacken, im Gesichts- und Kopfbereich und sogar im Rücken führen.

Aber nicht nur das, als weitere Folgen eines Bruxismus treten zum Beispiel auf:

  • Zahnfrakturen
  • Knochenabbau (vor allem, wenn Sie bereits an einer Parodontitis leiden)
  • Benommenheit und Schwindel
  • Tinnitus

Also höchste Eisenbahn, etwas zu unternehmen, wenn Sie eines oder gar mehrere Symptome bei sich feststellen.

Das können wir in der Zahnarztpraxis Dr. Gauchel für Sie tun

Zunächst einmal mache ich mir ein genaues Bild Ihrer Beschwerden. Neben einer sorgfältigen Inspektion der Zähne werden auch die Kaumuskulatur und die Kiefergelenke untersucht. Nicht minder wichtig sind dabei die Schmerzanamnese und die Suche nach möglicherweise stress- oder unruhebedingten Faktoren.

Auch die Anfertigung exakter Kiefermodelle und die Analyse der Kieferbewegungen und Zahnkontakte in einem sogenannten Artikulator können notwendig werden.

Häufig genügt zum Schutz der Zähne und zur Beseitigung der Beschwerden das zeitweise Tragen einer sogenannten Aufbissschiene.

Diese transparenten, exakt auf Ihre Zahnreihen angepassten Schienen werden dann z.B. in der Nacht eingesetzt und verhindern, dass der Kaudruck auf Ihre Zähne zu groß wird.

Zusätzlich können durch Physiotherapie verspannte Muskeln gelockert und koordinierte Kieferbewegungen trainiert werden.

Wenn es sich jedoch um stressbedingten Wachbruxismus handelt, ist das Tragen einer Aufbissschiene nicht immer möglich. Aber je klarer Ihnen die Auslöser bewusst sind, desto eher können Sie trotzdem etwas dagegen tun.

So können Sie über eine genaue Selbstbeobachtung herausfinden, wann und bei welchen Gelegenheiten Sie beginnen, Ihre Zähne aufeinander zu pressen und zu reiben. Ist das der Fall, lockern Sie Ihren Kiefer. Dazu öffnen Sie wiederholt weit den Mund und bewegen den Unterkiefer sanft hin und her.

In einigen Fällen kann Bruxismus aber auch Ursprung oder Symptom einer den ganzen Körper betreffenden Störung sein. In diesen Fällen beziehe ich einen auf die Therapie von Kiefergelenkserkrankungen spezialisierten Kollegen ein, mit dem ich seit vielen Jahren erfolgreich zusammenarbeite.

Den meisten Bruxismus-Betroffenen kann gut geholfen werden. Die Prognose ist dabei umso besser, je früher das Zähneknirschen behandelt wird.

Wartet man zu lange, sind schwere Zahnschäden und Begleitsymptome wie Schmerzen und Verspannungen meist unvermeidbar. Deshalb sollten Sie bei Verdacht auf Zähneknirschen sofort etwas tun.

In meiner Praxis in Düsseldorf-Carlstadt helfe ich Ihnen gerne.

Es grüßt Sie herzlich, Ihr jetzt wieder völlig entspannter

Dr. Achim Gauchel

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